Die dunkle Seite des Sports

Kolumne

Bewegung bietet dir Gesundheit, inneren Frieden und Leistungsfähigkeit. Durch „Sport“ hat der Mensch Bewegung in Kategorien seziert und beraubt sie vieler wohltuenden Wirkungen. Im Folgenden erfährst du, dass Sportarten dich weniger fit und gesund machen, als sie dich zerstreuen und Geld kosten.

Bewegung Spaß

Unterschied zwischen Sport und Universalbewegung

Als Sport wird eine bestimmte Form des Bewegens, Spielens oder Wettkämpfens verstanden. Beispiele: Golf, Tennis, Fitness, Klettern, Schach, E-Sport, etc. Es werden jeweils bestimmte Bewegungen des Menschen betont.
Universalbewegung dagegen versteht körperliche Aktivität ohne sie in eine Form zu stecken. Damit meinen wir die willentliche Betätigung des menschlichen Bewegungsapparates (Körpers) unabhängig von einer Sportart.

Im Folgenden will ich dir durch den Vergleich beider Ansätze klar machen, worauf die Kritik im restlichen Artikel aufbaut. Wenn ich von Sportlern spreche, meine ich Menschen, die sich im Kontext spezifischer Sportarten bewegen. Spreche ich von Bewegungshelden oder Universalbewegern, meine ich Menschen, die sich sportartübergreifend bewegen.
Sportler sind Spezialisten, Bewegungshelden sind Allrounder.
Sportler bewegen sich nach festen Regeln und möchten gewinnen. Universalbewegende spielen das Spiel, um zu spielen. Sie möchten das Spielgeschehen aufrechterhalten, ihr Gewinn liegt im Spielen selbst. Für Universalbewegende sind Sportarten da, um durch sie hindurch zu spielen und weiter voran zu schreiten. Für einen kurzen Augenblick tauchen sie in eine Sportart ein, verkörpern ihre Bewegungsinhalte und lösen sich dann wieder von ihr. Sportler würden hier bei der Sportart verharren. Gewappnet mit neuen Bewegungen taucht nun der Bewegungsheld in die nächste Sportart ein, doch diesmal anders:  Jetzt fließen die Bewegungen seiner vorangegangenen Exkurse mit ein. Eine Symbiose beginnt und etwas komplett Neues entsteht. Die Formen der einzelnen Sportart werden aufgebrochen, vermischen sich, werden komplexer, undefinierbarer. Der Bewegungsheld bewegt sich nicht mehr als Sportler, sondern beinahe formlos als Universalbeweger.

Durch das Verharren in einer Sportart wird unserer Auffassung nach das persönliche, universelle Potenzial beschränkt. Es ist nicht unbedingt falsch einen Sport zu betreiben. Es ist nur einfach nicht genug, wenn man das Potenzial menschlicher Bewegung ausleben will. Sportarten sind teilweise studipe, reihen anorganische Bewegungen aneinander, machen Menschen gleich. Bewegung hingegen ist etwas Expressionistisches, etwas tief aus der Seele des Einzelnen emporsteigend Originelles. Sie kommuniziert unsere Persönlichkeit und bringt unser Unbewusstes an die Oberfläche. Dadurch wird die Genialität jedes Menschen gefördert und nicht nur derer, die sich besonders gut für ein bestimmtes Gebiet eignen. Bewegung ist eine Kunst, wie Dichtung oder Malerei. Die daraus resultierende mentale und körperliche Gesundheit sowie der gegenseitige Wettstreit sind lediglich Nebenprodukte. Bewegung dient der Evolution des Lebens sowie des Einzelnen. In Bewegung spiegelt sich die Schönheit des Lebens wider. Und Schönheit war noch nie ein Produkt der Wissenschaft, sondern wie der Philosoph Leopold Kohr es formulierte, ergibt sie „sich vielmehr aus Instinkt, Geschmack, Liebe und Leben.“[1]  Tägliche Bewegung ist für ein erfülltes Leben unumgänglich. Täglich aktiv zu sein, bedeutet nicht, wie ein Leistungssportler dauernd extrem hart zu trainieren, sondern eher wie ein Kind ein Leben in dauernder spielerischer Weise zu führen. Die Intensität ist dabei nicht so wichtig, sondern die Regelmäßigkeit.

[1] Leopold Kohr: Probleme der Stadt. Otto Müller,Salzburg/ Wien 2008, S. 26.

Sport Konfrontation

Die dunkle Seite des Sports

Was ich dir klar machen möchte: Bewegungsheld liebt freie, kreative sowie ungebundene Bewegung und betrachtet jeden Menschen im Urzustand als sportartübergreifenden Allrounder, als Universalbeweger. Ich grenze Universalbewegung von Sportarten ab. Ich sehe zwar, dass Sportarten punktuell sinnvoll sein können, sie sind meiner Meinung nach aber bei weitem nicht genug! Um das Potenzial des menschlichen Bewegungsapparates zu entfalten und Gesundheit, Leistungsfähigkeit sowie inneren Frieden daraus zu schöpfen, sollte es immer Ziel sein, sich umfangreicher, freier und normungebundener zu bewegen. Universalbewegung ist unser Ansatz, diesem Ideal maximaler Offenheit gegenüber allen Formen und Arten des Sports entgegen zu streben.

Im folgenden Teil des Artikels versuche ich dir zu zeigen, wo die Nachteile von isoliertem Sporttreiben liegen. Um meine Argumente zu veranschaulichen, überspitze ich an einigen Stellen gezielt meine Aussagen bzw. nutze krasse Beispiele. Ich appelliere an den Leser, sich auf den wesentlichen Kern der Argumente zu konzentrieren und von dort selbst weiterzudenken.

Da wir uns vieler häufig negativer und begrenzender Aspekte des Sports selten bewusst sind, nenne ich dies „die dunkle Seite des Sports“.
Komm mit auf eine Reise und setze dich selbst kritisch mit dieser Sichtweise auseinander. Schau, ob du dein Potenzial als Beweger ausreizen kannst.

In gewisser Weise hinterfragen wir nun gemeinsam eine ganze Weltanschauung.

Sport Geld

Sport nützt vor allem dem Kapital

Alles ist inzwischen so groß aufgeblasen, daß es dringender denn je der Verkleinerung bedarf.

Dies sagte der Sport Chefredakteur der Times, David Miller, bereits 1988 über die olympischen Spiele von Seoul.[2]
Was einst der spielerischen und schöpferischen Selbstentfaltung galt, ist heute ein Mittel für Kapital, Marke, Macht sowie Manipulation geworden. Nicht der Mensch zählt, sondern das Produkt. Damit verkommt auch Sport nicht selten zu einem Geschäftsmodell. Die Einrichtung zahlreicher Wettkampfsysteme im 20. Jahrhundert verdanken wir der Industrialisierung und der damit aufkommenden wirtschaftlichen Gier [3]. Natürlich diente die Wiederbelebung der Olympischen Spiele auch als Anker für Nationen, sich in Frieden zu nähern[4]. Allerdings wurde das einstige freie Turnen wiederum von normierten und spezialisierten Sportsystemen verdrängt, um vergleichbare Leistungen und das Erreichen von Rekorden zu ermöglichen. Laut Sporthistorikern wurde das vielseitige Turnideal durch die zunehmend genötigte Spezialisierung im 20. Jahrhundert eben auch zu Propagandazwecken missbraucht [5]. Neben der Industrialisierung zwang ebenso der Nationalsozialismus systematisch zu Spezialisierungen im Sport. Denn im Gegensatz zu Allroundern können Spezialisten eher Goldmedaillen bei den olympischen Spielen erringen. Die Goldmedaillen der Athleten glorifizieren die Länder, für die sie antreten. Diesen internationalen Medaillenvergleich gibt es bis heute noch überall, in Sportligen, bei Meisterschaften sowie Olympiaden.
Aktuell sehen am Fifa-Skandal ein Beispiel für den Missbrauch des Sports für Kapital. Die gängigsten Sportarten sind auf teure Ausrüstung angewiesen. Sport verführt allzu oft zum Kaufen nutzlosen Materials und zur Verschwendung wertvoller Ressourcen. Viele Sportarten können ohne teure Ausrüstung gar nicht ausgeführt werden. Motorsport bildet dabei die Spitze des Eisbergs. Sogar für simple Dehn- und Kraftübungen brauchen viele Fitnessmenschen immerhin noch eine Isomatte, obwohl weicher Rasen genügen würde. Selbst zum Joggen werden uns unzählige, teure Laufschuhe und Fitnessarmbänder der neuesten Generation dargeboten. Gerade Sportschuhe sind der am meisten überbewertete Quatsch der Sportindustrie. Die natürlichsten Läufer, bspw. Aborigines oder viele afrikanische Superstars in der Laufszene haben ihre kilometerlangen Schulwege ohne Schuhe zurückgelegt. Sie liefen die meiste Zeit ihres Lebens barfuß! Natürlich erlaufen sie ihre heutigen Höchstleistungen mit Schuhen, doch sie erreichen diese nicht wegen ihrer Schuhe. Ich möchte Sportschuhe nicht verteufeln, aber es wird einfach übertrieben! Der Bau von Stadien sowie Studios ist ebenfalls kostenintensiv und verbucht ökologische Fußabdrücke. Es ist offensichtlich, dass zwischen Sinn von Bewegung und dem, was der Mensch daraus macht – nämlich Zerstörung des Ökosystems zum Zwecke von Sportlandschaften sowie der massenhaften Produktion sinnfreier Sportartikel – ein erhebliches Defizit besteht. Es ist eindeutig, dass der moderne Sport mehr mit Kapitalerträgen gemein hat, als mit Glück, innerem Frieden und Gesundheit des Menschen. Du kannst dazu beitragen, etwas zu ändern, indem du bewusst nicht jedem Trend blind folgst und bei den Wurzeln von Bewegung bleibst, nämlich der Bewegung selbst.

[2] Leopold Kohr: Probleme der Stadt. Otto Müller,Salzburg/ Wien 2008, S. 159.

[3] Hajo Bernett: Der Weg des Sports in die nationalsozialistische Diktatur. Die Entstehung des Deutschen (Nationalsozialistischen) Reichsbundes für Leibesübungen. Hofmann, Schorndorf 1983, S. 63ff.

[4] David C. Young: The Modern Olympics – A Struggle for Revival. Johns Hopkins Universität, Baltimore 2003, S. 68.

[5] Julius Bohus: Sportgeschichte. Blv, München / Wien / Zürich 1993, S. 126.

Diskrimminierung

Sport ist Diskriminierung

Ein Gladbach-Fan geht in eine Kneipe, legt seinen Fan-Schal auf den Tresen und bestellt ein Bier. Erst jetzt bemerkt er, dass er in eine Fan-Kneipe des 1. FC Köln geraten ist. Er will unauffällig wieder verschwinden, steht langsam auf und greift nach seinem Schal. Da packt der Wirt ihn am Arm und sagt: „Moment. Wer hier wieder raus will, muss vorher das Würfelspiel machen.“

„Okay, und wie geht das,“ fragt der Gladbacher eingeschüchtert, während sich mehrere Kölner um ihn versammeln.

Der Wirt erklärt: „Wenn du eine 1, 2, 3, 4 oder 5 würfelst, kriegst du eine aufs Maul.“

„Und was passiert, wenn ich eine 6 würfele?“

Der Wirt grinst: „Dann darfst du nochmal würfeln.“

Durch Sport werden alle Beteiligten in verschiedene Lager eingeteilt. Diese eifern gegeneinander und diskriminieren sich mehr oder weniger offensichtlich. Obwohl Sport Probleme friedlich lösen soll, führt die sich daraus ergebende Aufsplittung regelmäßig zu Konfrontationen. Bewegung an sich ist etwas Friedliches, aber nicht unbedingt der daraus domestizierte Sport. Das Sportsystem legt häufig erst die Grundlage, mit der Bewegung zu einem Mittel der Diskriminierung wird.

Diskriminierung gibt es auch in weniger offensichtlicheren Facetten. Der Journalist David Epstein wies nach, dass sämtliche sportliche Rekorde, die innerhalb der letzten Jahre neu aufgestellt wurden, kaum in Verbindung mit den verbesserten modernen Trainingsmethoden oder Leistungen der Athleten stehen. Innerhalb der letzten 100 Jahre haben sich vor allem die Technologie der Laufbahnen, der Spielfelder, der Sportkleidung sowie der Sportgeräte maßgeblich verbessert. Diese Prämissen führten dazu, dass beispielsweise Usain Bolt 2013 in der Lage war, den von Jesse Owens aufgestellten 100 Meter Sprintrekord aus dem Jahr 1936, zu unterbieten. Jesse Owens war vielleicht gar nicht langsamer gewesen. Er lief nur unter schlechteren Bedingungen. Epstein folgert weiterhin, dass die Genetik ausschlaggebend für den Triumph einer Person in einer Sportart sei.[6] Wer genetisch nicht optimal zur jeweiligen Sportart passt, der wird heutzutage unter gleichen Trainingsbedingungen keine Chance gegen seine von Natur aus besseren Konkurrenten haben. Dieser Sachverhalt lässt sich vor allem im Basketball beobachten. Hier haben großwüchsige Menschen einfach mehr Chancen. Beim Pferderennsport verfügen hingegen kleine und leichte Menschen, die Jockeys, über erhebliche Vorteile. Konkurrenzfähiger Sport war schon immer eine Sache der genetischen Auslese. Das sollte uns zu denken geben. Jeder sportliche Wettbewerb ist im Grunde vor allem ein genetischer Vergleich und das kann ich nicht befürworten. Die sportliche Moral endet mit den Dopingtests, dabei ist das viel zu oberflächlich. Auch die finanzielle Diskriminierung zwischen Sportmannschaften macht jedes größere Sportevent zu einer Farce. Jeder Wettkampfsport ist abhängig von individuellen Ausstattungen der Sporträume und da diese in jeder Stadt unterschiedlich sind, endet auch hier die Chancengleichheit. Schon schlimm genug, dass Verantwortliche diese Phänomene nicht erkennen, aber am schlimmsten ist es, das diese Missverhältnisse auf die Kosten der Kinder gehen, die alles geben und nicht verstehen, warum sie niemals auf dem Treppchen landen werden. Ich habe nichts gegen Wettkämpfe, aber ich glaube mehr an die täglichen, spielerischen Austragungen zwischen Kindern, die keine großartige Organisation von Erwachsenen benötigen. Sie entstehen auf ganz natürlichem Wege, ohne jemanden vor versammeltem Publikum bloßzustellen, wenn er oder sie als letztes das Ziel erreicht.

[6] David Epstein: The Sports Gene. Talent, Practice and the Truth about Success. Random House, London 2014, S. 115, 126, 142-157.

Regeln

Sport setzt krankhafte Richtlinien

Der allgemeine Fitnessgedanke, welcher auf Messungen und Vergleich von Ausdauer, Schnelligkeit, Kraft sowie Beweglichkeit beruht, hat verheerende Ausmaße. Er endet darin, sich der Spezialisierung zu widmen. Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit sowie einzelne Muskelgruppen werden bis zur Absurdität selektiv trainiert und gemessen.[7] Im Sinne einer Gegenbewegung, die körperliches Training als etwas Ganzheitliches ansieht, wurde der Begriff des funktionellen Trainings nach dem Millenniumswechsel immer populärer. Bewegungen im Rahmen des funktionellen Trainings sollen eine alltagsrelevantere Verbindung zwischen Kondition sowie Koordination ermöglichen. Calisthenics und Crosstraining sind Sportarten, die dadurch an Beliebtheit gewannen. Die Bewegungsvielfalt sowie koordinative Kreativität kommen hier aber nur bedingt zur Geltung. Die beiden Sportarten sind ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, erinnern aber mehr an herkömmliches Zirkeltraining und verschwenden Zeit mit der Spezialisierung innerhalb ihrer Fitnessdogmen. Fernab davon stoßen selbst die wahrhaft funktionellsten Bewegungskulturen wie Parkour, Breakdance, improvisierter Kontakttanz, Zirkusakrobatik sowie Kampfkünste trotz ihrer sehr weitreichenden Bewegungswelten auf hemmende Grenzen, und zwar aufgrund ihrer definierten Systeme. Sie alle bilden das Beste vom Schlechten. Universelle Fitness sollte bedeuten, aufgrund fundamentaler Vernetzungen zwischen Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit sowie Koordination das auf Universalbewegung basierende, spielerische Erforschen jeglichen Seins zu ermöglichen. Glück und Gesundheit bilden die einzigen Werte, nach denen wir uns richten sollten. Sport hat in den meisten Fällen nichts mehr mit normaler Bewegung im Leben zu tun und das, was viele Menschen machen, hat dann auch nichts mehr mit Sinn und Verstand zu tun:

Im Trainingslager ist eingebrochen worden. Der Kommissar fragt einen 100-Meter-Läufer: „Haben Sie denn nicht versucht, den Kerl einzuholen?“

„Oh ja,“ sagt der Läufer, „ich überholte ihn sogar und blieb in Führung, aber als ich mich umdrehte, war er weg!“

[7] Michael Boyle: Functional Training. Riva, München 2017, S. 15ff.

Bowling

Sport domestiziert Lebensräume

Die Domestizierung unserer Lebensräume, also die menschengemachten Gebäude der Gesellschaft, haben die unangetasteten Naturräume verdrängt. Mit der Benutzung von Stadien sowie Sporthallen wird sogar noch die letzte freie Perspektive einer Person, die sich bewegen möchte, auf die Mitwelt begrenzt. Wir erschaffen zunehmend anorganische Räume, die starr sind. Sie schützen uns einerseits vor Wind und Wetter, andererseits schwächen sie uns vor eben diesen natürlichen Ereignissen. Wir wollen uns vor den Überraschungen des Lebens schützen und merken gar nicht, dass wir uns damit vor dem Leben selbst verschließen.

Würde

Schulsport legt die falsche Basis

Beim Sportunterricht liegen alle auf dem Rücken und fahren Rad. „He Florian! Warum machst du nicht mit? Du liegst ja ganz ruhig da!“, schimpft der Lehrer.

„Sehen Sie nicht. Ich fahre gerade bergab!“

Bereits in der Schule wird häufig durch extrinsische Motivation eine objektiv vergleichbare Leistung eingefordert. Die Methodik des Sportunterrichts liegt leider häufig darin, Kinder und Jugendliche in Sportarten und Athletikübungen zu zwängen, die weder den subjektiven Sporttypen, noch den individuellen Bedürfnissen entsprechen. Zu harte Übungen, emotionaler Stress, negative Bewertungen und wenig lockeres, spaßbezogenes Spielen, sind Gründe dafür, weshalb sich Menschen vom natürlichen Bewegungstrieb distanzieren. Sie sind auch der Grund, warum nahezu jeder Mensch ein irgendwie geartetes Trauma im Sport hat.
Lehrer und Schüler sind gefangen im Schulsystem und dessen Vorstellung von „guten Staatsbürgern“. Die verwendeten, disziplinären Methoden verbieten den Schülern viele kindliche Äußerungen jedweder Art. Der neugierige und intrinsisch motivierte Antrieb wird damit stets ausgebremst. Statt nach herausforderungsorientierter Herangehensweise, dem Umgang mit Niederlagen sowie einem produktiven Selbstwertgefühl, erfolgt die Bewertung zu häufig nach erreichten Leistungen. In den allgemeinen Formulierungen von Lehrplänen ist auch nichts anderes vorgesehen. Die Schulen und Kollegien haben im jeweiligen Curriculum zwar die Möglichkeit landesweite Lehrpläne konkret auszugestalten, doch nur selten wollen und können sich Lehrer „hier allzu weit aus dem Fenster lehnen“. Das System trifft hier die Schuld. Dem Lehrer kann man wenig Vorwürfe machen, denn es kann durchaus berufsgefährdent sein, mit den eigenen, freien Vorstellungen zu weit vom Lehrplan abzuweichen. Als Resultat erfolgt die bloße Reproduktion stupiden Handlungsweisen. Auf diese Art werden ängstliche Egoisten produziert. Dadurch haben Resultate einen höheren Stellenwert eingenommen als die Freude an den Handlungsprozessen selbst. Das entspricht einer völlig verdrehten Weltanschauung, die sich eben auch im Sport widerspiegelt. Macht Sinn, oder?

Sport Gleichschaltung

Sport schaltet gleich

In vielen Sportarten werden die Athleten für die Vorbereitung auf Wettkämpfe missbraucht. Organisierte Sportarten resultieren immer in einem quantitativen Vergleichssystem. Damit werden Sporttreibende messbar gemacht und letztendlich objektiviert. Die persönliche Kreativität wird dann vollkommen außer Acht gelassen. Darum fördert Sport vor allem die Gleichschaltung der Massen. Das ist nicht nur ein Phänomen des Leistungssports, sondern spiegelt sich auch offensichtlich und ganz gezielt in allen Ebenen des Alltagssports wider. Sportvereine sowie Fitnessstudios können freie Bewegungskurse anbieten, welche die individuelle Qualität ihrer Teilnehmenden unterstützt. Das tun sie in den meisten Fällen aber nicht. Der Sport, welcher in der Kritik steht, ist der organisierte Sport, der auf quantitative Resultate beziehungsweise auf das unpersönliche Gleichmachen abzielt. Kinder verfügen noch nicht über das Kommunikationsvermögen, ihren Eltern, Lehrern sowie Trainern klar zu machen, was in ihnen vorgeht. Im Sport wollten wir als Kinder die Erwachsenen doch immer stolz machen und wenn genau diese sportliche Handlung dazu führt, alle um uns herum zu befriedigen, dann haben wir das eben getan. Was wir selbst wollten, war schwer mit Worten zu erklären. Ebenso schwierig ist es für viele Erwachsene, die den Drill im früheren Sport erlebten, sich in ihre damalige Gefühlslage zurück zu versetzen. Damals wurden die inneren Konflikte von falschem Stolz verdrängt. Warum sollte es heute anders sein? Eine weitere Perversion der Sportkultur liegt in der Identifikation mit einem Team oder Sportler seitens der Fans. Dieses Verhalten führt häufig zur Degradierung der Identität des Fans. So werden Sportler durch Imitation ihres Verhaltens, Stils sowie durch das Tragen ihrer Trikots in den Himmel gelobt. Das Selbstwertgefühl des Fans wird dabei gemindert und das individuelle Selbst damit verdrängt. Je mehr Menschen auf diese Weise handeln, umso mehr werden gleichgeschaltet und verschwimmen im Meer der Oberflächlichkeit.

Monkey prison

Sportarten zwängen dich ein

Am Wettkampfcharakter des Sports hat sich kaum etwas geändert und darum hat sich der psychische Druck für die Sportler auch nicht geändert. Ein Kind, das beim Fußball gern im Sturm spielen möchte, wird vom Trainer dort aufgestellt, wo es dem Zweck der Mannschaft dient. Im Sturm zu spielen, das kann dieses Kind in der persönlichen Freizeit machen, leider aber nicht in der sportlichen Freizeit. Was hier hinterfragt werden sollte, ist nicht nur eine Freizeitbeschäftigung, es ist eine Weltanschauung. Bei Sport- sowie Bewegungsdogmen handelt es sich eher um eingrenzende Erfahrungen. Sport bildet nach James Carse Beschreibungen eine endliche Welt ab[8]. Im Sport grenzen unveränderliche Regeln das Bewegungsspektrum der Athleten ein. So werden Tischtennisspielende niemals an einer Stange hangeln und Turnende niemals versuchen, einen Ball in den Korb zu werfen. Dies geschieht jedenfalls nicht innerhalb ihrer spezialisierten Kultur. Eine ausschließlich ausgeführte, einzelne Sportart führt zur Spezialisierung und damit zur eingrenzenden Erstarrung in der persönlichen Komfortzone. Dadurch ist eine Entwicklung zum antifragilen und intrinsisch motivierten Universalbewegenden unmöglich. Sportarten werden durch feststehende Regeln bestimmt. Damit sind Sportarten gefangen in der Vergangenheit. Sie sind somit größtenteils für eine offene Zukunft verschlossen. Auch die vorgegebenen Spielfelder verschiedener Sportarten sowie die reglementierten Bewegungsmöglichkeiten wirken begrenzend auf die Spielenden. Sport passiert somit innerhalb von Grenzen. Sportler beschränken ihr Potential selbst damit. Wer in einer begrenzten Sportart lebt, begrenzt sich selbst. Bewegung in dem uns verfügbaren Universum sollte aber mit veränderbaren Grenzen geschehen. Die Nutzung unseres ganzen Bewegungspotentials sollte inspiriert werden. Es gilt, die Grenzen zu überwinden, um die eigenen geistigen sowie körperlichen Beschränkungen zu überwinden.
Ein weiteres Problem des Sports stellen einseitige Belastungen sowie die häufige Bewegungsarmut dar. Offensichtliche Beispiele für bewegungsarme Sportarten sind Schach, Angeln, Billard, Curling, Dart, Golf sowie E-Sport. Als Hobbys, charmante Freizeitbeschäftigungen und für sich allein genommen ist ihre Existenz auf jeden Fall berechtigt. Sie tragen jedoch ein extrem geringes Potential in sich, unser persönliches Selbst mittels Bewegung zu entfalten. Die vorgegebenen Spielgegenstände sowie die reglementierten Zielvorgaben, mit denen diese bewegungsarmen Sportarten betrieben werden, sorgen nicht nur für eine körperliche Enge, sondern auch für eine mentale Enge, in denen sich ausschließlich aufgehalten werden darf. Der mentale sowie physische Entfaltungsraum ist so gering, dass die menschliche Originalität kaum in Erscheinung treten kann.

[8] James P. Carse: Finite and Infinite Games. Free Press, New York 2013, S. 87-93.

Sportverletzung

Sportarten sind einseitig und grenzen aus

Sportler und Trainer sind aufgrund der sportlichen Spezialisierung gefangen in ihrer begrenzten Sicht auf Bewegung. Selbst das populäre Street Workout oder Freeletics sowie herkömmliches Crosstraining kratzen trotz verschiedener Bewegungsanforderungen, wie jedes Zirkeltraining, nur an der Oberfläche sinnvoller Körpererfahrung. Anhänger brüskieren sich zwar mit ganzheitlicher Fitness, doch leider ist diese viel zu einseitig. Die gleichmütigen Trainingsmethoden verlangen eine grenzüberschreitende Disziplin. Es wird sich bewegt, ohne zu hinterfragen und ohne Einbettung des persönlichen Stils. Mit solchen Ausübungen verroht die Fähigkeit zur inneren Reflexion sowie Empfindsamkeit. Außerdem enthält jegliche Sportspezialisierung ein hohes Risiko der Fehlbelastung, weil immer die gleichen körperlichen Strukturen in der gleichen Art und Weise eingesetzt werden. Das ist ein Risiko, dessen sich Sportler kaum bewusst sind und welches erfahrene Trainer bewusst hinnehmen. Das pure Glück entscheidet darüber, vor entsprechenden Verletzungen bewahrt zu bleiben. Darin verbirgt sich der zu zahlende Preis jeglicher Spezialisierung. Einzelne Sportarten wirken in gewisser Weise wie gezüchtete Monokulturen. Sie sind ebenso anfällig für Schädlinge im Sinne von Krankheiten und Unfällen. Hüte sich, wer kann davor, sich in etwas krankhaft zu verirren. Neben Sportarten findet Ausgrenzung auch in anderen dogmatischen Bewegungskulturen statt. So entstanden in der populären Yogakultur irgendwann Kurse zu Hot oder Bikram Yoga, Air Yoga und mittlerweile sogar Stand Up Paddle Yoga, Flow Yoga oder Yoga Dance. Statt voneinander zu partizipieren und sich an der gesamten Vielfalt zu bereichern, spezialisieren sich Teilnehmende sowie Leitende in begrenzten Kursrichtungen. Zwischen Yin-, Hatha- sowie Kundalini Yoga herrschen für Experten streitbare Unterschiede, die in der eigenen Bewegungskultur zu Uneinigkeit führen. Ähnlich ist es in der Tanzkultur, die mit dem improvisierten Kontakttanz ihre höchste Form expressiver Kommunikationsfähigkeit erlangte. Selten kommt es vor, dass Salsa Tanzende sich anderen Stilen, wie den verschiedenen Formen des Hip Hops oder gar Yoga Dance unterweisen lassen. Dies wiederum würde dem Salsa so viele neue Eindrücke vermitteln, dass eine Wende alles verändern könnte. Salsa bleibt wie Kizomba und alle anderen Tanzrichtungen aber eben das, was sie schon immer sind und waren. Für Spezialisierte bieten sie keinen fruchtbaren Boden der Entwicklung, denn sie bilden ein in sich selbst vollendetes, abgeschlossenes System. Teilnehmende sind von anderen Tanzstilen abgeschottet. Sportarten und dogmatische Bewegungskulturen grenzen sich nicht nur ein, sie grenzen sich durch Spezialisierung voneinander ab. Menschen in solchen spezialisierten Strukturen erleben eine subtile sowie ganz konkrete Sozialisierung in Begrenzungen. Sie erleben Eingrenzungen in Eigenes sowie Abgrenzungen zu Anderem. Das Verhängnisvollste daran ist die dadurch sozialisierte Begrenzung des Selbst. Das persönliche Weltbild sowie die Wahrnehmung von Möglichkeiten werden limitiert. Beispielsweise nehmen Ballspielende das entsprechende Tor oder den Korb als etwas wahr, in das geworfen werden muss. Ein Tor oder Korb können aber mehr als einem Wurfziel entsprechen. Universalbewegende sehen in diesem Gestell außerdem etwas an dem sie hangeln und auf das sie klettern, balancieren sowie von dem sie herunterspringen können. Das Tor dient dann mehr als einem einzigen Zweck. Der Zweck eines Tors wird nur durch die begrenzte Sicht der Wahrnehmenden beschränkt. Sportarten laden sogar zur Nichtteilnahme ein. Massen von Zuschauern werden dazu gebracht, sich nicht zu bewegen, sondern die Bewegungen anderer in passiver Form zu konsumieren. Bei einem Spiel oder Wettkampf treffen dann zwei Extreme aufeinander: Die ausgrenzende Sportart, in der nur zugelassene Akteure mitspielen dürfen und ein offenes Publikum, das jede Person aufnimmt. Das passive Publikum wird nicht nur davon abgehalten, sich selbst zu bewegen, es weiß oft nicht einmal, dass es zu etwas bewegt wird.

Macht Manipulation

Sport manipuliert dich

Das Publikum wird unbewusst zu Handlungen gedrängt, die durch verschiedene Kommunikationskanäle der Veranstaltung, wie offensichtliche Werbebanner, aber auch subtile Gesten, auf sie einwirken. Hierin werden alle Zuschauer einer indirekten sowie direkten Manipulation ausgesetzt. Diese subtile Fremdsteuerung des eigenen Bewusstseins wahrzunehmen, erweist sich dann als äußerst schwierig. Jede einzelne Individualität wird im Verband eines Publikums gleichgeschaltet. Nach dem Soziologen Gustave Le Bon geben Einzelne die Verantwortung in der Masse an die Masse oder einer dritten Macht ab. Die unbewusste Masse ist immer verführbarer als das bewusste Individuum.[9] Das Publikum ist entweder passiv oder muss auf geplante Prozesse reagieren, statt selbstbestimmt zu agieren. Dem entgegengerichtet schauen Universalbewegende nicht zu, um sich unterhalten zu lassen. Sie sehen sich etwas an, um daraus zu lernen. Ihre Herangehensweise ist selbstbewusst, zielgerichtet und offen für das zu lernende Resultat.
Sport, wie er heute austragen wird, führt vor allem zur Fremdmanipulation und mehrdimensionalen Machtkämpfen. Selbst die Spielenden sind austauschbar. In einer organisierten Form geben Spielende ihre Verantwortung an das Management ab, welches auf einfachster Ebene auch durch einen Kleinstadttrainer dargestellt wird. Das Management allein bestimmt, wer spielt. Das bedeutet, dass weder Publikum, noch Spielende den Sport bestimmen. Vielmehr übernimmt eine dritte Macht die Kontrolle. Das hat nichts mehr mit spielerischem Herumbolzen, freudvollem Rangeln, lockerem Körbewerfen, freiem Klettern, sonnigem Beachen oder lustigem Tennis gegen eine Hauswand zu tun. Sportereignisse sind das Spiele in „Brot und Spiele“. Sie sollten die Menschen bereits vor Jahrtausenden ablenken und die Funktion haben sie auch heute noch. „Ablenkung wovon?“, fragt sich jetzt vermutlich so manche/r. Vielleicht eine Ablenkung hiervon?

[9] Gustave Le Bon: Psychologie der Massen. Nikol, Hamburg 2016, S. 29-39.

Ski Verlust

Im Sport stirbt deine Hoffnung

Ein Publikum ist nicht aufgeschlossen für ein offenes Resultat. Insgeheim hofft es, dass ihr Sympathieträger gewinnt. Gerade in Sportspielen möchten Fans, dass ihr Team gewinnt. Ein Verlust des Teams wirkt wie ihr eigener Verlust. Zuschauergruppen verschiedener Teams rivalisieren auf der Tribüne in einem absolut sinnlosen Machtkampf. So verdrängt das Publikumsgeschehen sogar die Aufmerksamkeit vom Spielgeschehen. In einem pervertierten Auswuchs krankhaften Konsums werden zudem Sportwetten abgeschlossen, um sich daran zu bereichern. Auf subtiler Ebene verfallen selbst die Spieler der Sportwette, denn sie treten mit der Absicht an, zu gewinnen. So sind Spieler nicht mehr offen für den Ausgang des Spiels. Ihr Wetteinsatz ist ihre Zeit und Arbeit. Damit ist nicht nur der Profisport gemeint, sondern die allgemeine, destruktive Einstellung zum täglichen Spiel. Auf den Gewinn orientierte Spieler verlieren im eintretenden Fall nicht nur das Spiel, sie verlieren gewisser Weise ihr dafür eingebrachtes Leben, so Carse.[10]

[10] Ebd. Finite and Infinite Games. S. 26f.

Anerkennung

Sportler werden süchtig nach Anerkennung

Ist es nicht so, dass gerade Sporttreibende die banalsten Dinge auf den sozialen Kanälen hochladen? Ein vollgeschwitztes T-Shirt auf Instagram – Woooow! Ehrlich? Die Gefahr der Spezialisierung liegt in ihrem hohen Potential, missbraucht zu werden. Eine spezielle Orientierung ist wegen ihrer Extrinsik unbewusst, manipulierbar, abhängig und führt keineswegs zu innerem Frieden. Spezialisierung ist verführerisch, da sie zu mehr Ruhm führt. Dadurch kann der Spezialist selbst auch leichter verführt werden. Wenn ich dir Ruhm anbiete und das Extrinsische in dir überwiegt, dann wirst du dich in Abhängigkeit für mein System spezialisieren. Extrinsiker erhalten Ruhm, aber keinen inneren Frieden. Ruhm macht abhängig und zwar einerseits von der Gesellschaft, die einem zujubelt und andererseits von den Veranstaltern, die alles inszenieren. Anerkennung sowie Ruhm sind von kurzer Dauer, kalt und anonym. Keiner weiß, wer im Publikum sowie vor dem Onlinekanal sitzt und jubelt. Anerkennung herrscht innerhalb von kalten Gesellschaften. Der Verlust von Anerkennung ängstigt uns. Wer nach extrinsischer Belohnung strebt, verliert den Genuss subtiler Befriedigung. Das Leben wird zum objektiven Maßstab. Die Person selbst wird zum Objekt ihres Lebensmaßstabes. Ein solcher Mensch verfügt im Laufe des Identitätsverlustes nur über einen oberflächlichen Charakter. Solch ein Mensch wird zum manipulierbaren Objekt selbst. Das ist höchst gefährlich. Vor allem Staatsdienende laufen Gefahr, solche Rollen unbewusst einzunehmen. Sie müssen emotionslos arbeiten, um ihre Aufgaben optimal zu vollrichten. Sie lassen sich von höherer Stelle lenken und so durchaus für grenzwertige Absichten missbrauchen. Da die Belohnung nicht von innen erfolgt, gibt es kein empfindsames Warnsystem über den Sinn ihrer Handlungen. Solche Abhängigkeitsverhältnisse finden wir in jeglichen Beziehungen der Wirtschaft sowie des Soziallebens vor. Gleiches gilt für Fitness-Menschen sowie Profisportler, die stringent für Endresultate trainieren, statt sich für sinnvolle Bewegung zu engagieren. Eine unglückliche, nach Anerkennung trachtende Psyche neigt nicht selten dazu, das Fehlen der eigenen Genügsamkeit mittels einer Form der Selbstzerstörung zu kompensieren. In der Sportwelt lässt sich dieses Phänomen häufig beobachten. Es beschreibt die Suche nach dem vermeintlich Guten im eigentlich Schlechten. Fitness steht dann im Fokus guten Aussehens, statt der Erhaltung einer gesunden Balance zwischen Geist und Körper zu dienen.

Selbstsabotage

Sport zur Selbstsabotage?

Eine letzte Komponente wird in den meisten Fitnesskursen sowie Sportarten fast vollkommen außer Acht gelassen: die Kreativität! Das durchschnittliche Arbeitsleben weist häufig schon genug wiederkehrend gleiche Abläufe auf, die denen einer Fließbandarbeit ähneln. Gestalten wir nun auch noch unsere Freizeit so, dass wir wie ein Roboter immer gleiche Handlungen ausführen, gefährden wir nicht nur unseren kreativen, spielerischen Geist, sondern verlernen die Grundlagen für ein freies, unbestimmtes und glückliches Leben. Zudem mindert dies unsere bewusste Selbstwahrnehmung sowie das grundlegende Selbstvertrauen in die eigene Kreativität. Es kommt sogar häufig vor, dass der freizeitlich betriebene Sportkurs in Selbstkasteiung mündet. Der Sport hat dann mit gesunder, ganzheitlicher sowie reflektierter Bewegung nicht mehr viel gemein, stattdessen schlägt sich alles in körperlich stumpfer Schwerstarbeit nieder. Das beste Beispiel hierfür stellen das allseits bekannte Zirkeltraining und Krafttraining dar. Der sogenannte Muskelkater, mit dem sich am nächsten Tag gerühmt wird, hat den Effekt, dass sich vorerst nichts mehr bewegen kann. Damit rutscht der Fitnessgeist an die nächste Grenze. Nur wenige Freizeitsportler halten diesen Zustand durch, denn er verlangt einem extrem viel Selbstdisziplin ab und schenkt verhältnismäßig wenig tiefgreifende Befriedigung. Die Stressoren für einen Burnout werden dadurch stetig angeregt. Das sich solche Handlungen so lange im Fitness- und Gesundheitsgedanken halten können, ist erschütternd. Es scheint, als würden Sporttreibende den Kampf sowie Wettstreit suchen, um sich bloß nicht kritisch mit sich selbst auseinanderzusetzen. So lenken sie sich lieber ab und gehen der Konfrontation mit dem Selbst aus dem Weg.

Bewegung Spaß

Lösungswege

    • Gehe häufiger in die Natur, einen Park oder Wald und nutze die Umgebung für sportliche Tätigkeiten.
    • Bewege dich zusammen mit Freunden, spiele bsp. Basketball oder Fange einfach aus Spaß.
    • Partizipiere vom Wechsel zwischen vielen verschiedenen Sportkulturen.
    • Nutze bsp. das Angebot des Urban Sports Clubs für unterschiedliche Angebote deiner Stadt in einem Mitgliedsvertrag.
    • Du liebst eben nur die eine Sportart? Dann versuche eben danach zu dehnen, hängen und meditieren.
    • Schaue weniger Sport über digitale Kanäle, konsumiere weniger passiv, sei aktiv.
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